Geruchsdifferenzierung

Geruchsdifferenzierung

Die Kunst des Mantrailens ist die Geruchsunterscheidung / Scentdiscrimination, d.h. das Herausfiltern einer bestimmten individuellen Spur aus zahlreichen anderen, auch frischeren Spuren.

Ein Mantrailer kann eine Spur auch durch eine Einkaufsstraße verfolgen, wo zahlreiche Leute hin- und herlaufen. Dieses zu leisten, ist der Hund fähig, trotzdem will es geübt sein.

Foto trailen in der stadt

Kontaminierung des Geländes:

Am Anfang lehrt man dem Hund die Aufgabe: Verfolgen einer Menschen-Spur in un- bzw. nur altkontaminiertem Gelände.
Danach sollte die recht frische Spur über immer mehr alte fremde Spuren verlaufen
(z. B. abends Training in der Einkaufszone).

Nach und nach sollten die zu suchenden Trails älter und die Kontaminations- / Verleitfährten frischer werden. Am Anfang laufen keine Personen herum, später sollten es immer mehr Menschen werden, denen der Hund auf der Spur begegnet und die er von der zu suchenden Person abgrenzen muss.

Gleiches gilt für Kontaminierung durch Tier- / Wildfährten und Ablenkung durch Tiere. Zuerst sollten die zu suchenden Trails frisch im Verhältnis zur Verleitung sein, später dann umgekehrt (frische Wildfährte über der zu suchenden alten Trail).
Zu diesem Zweck sollten Spuren durch Landwirtschaftliche Höfe, Viehmärkte etc. laufen, an Haupt-Gassi-Wegen entlang,...

Foto trailen im Wildpark

Auch sollte das Trailen durch Gebäude geübt werden, durch Industrie mit chemischen Störgerüchen (cave: Benzin etc. blockieren den Geruchssinn für mehrere Minuten- keine Trails über Tankstellen! Hund vorher rausnehmen und dahinter neu ansetzen).

 

Grundlagen des Lernens, welche JEDER Hundeführer beherrschen sollte:

  • Das Konfrontieren einer neuen Situation sollte immer nur in Verbindung mit einer frischen/ kurzen/ einfachen Spur erfolgen, die Bestätigung sollte immer direkt nach Absolvierung der schwierigen/ neuen Situation erfolgen.
  • Immer nur eine Neuerung auf einmal. Danach immer etwas einfaches, motivierendes. Immer in kleinen Schritten vorgehen.
  • Lieber 5 Zwischenschritte als ein Schritt zu weit.

 

Frische Spur/ alte Spur

Der Hund verfolgt in der Regel von sich aus die frischeste Spur (in der Natur ist es überlebenswichtig, dass der Hund keine alten Spuren verfolgt).

Trotzdem kann es passieren, dass der Hund von einer frischen auf eine alte Trail wechselt. Im Realfall (z.B. vermißte Person aus dem Altenheim) kann die Person in der Gegend, in der sie gesucht wird, mehrfach täglich unterwegs gewesen sein.
Hier ist es wichtig, dass der Hund sicher die frischeste Spur verfolgt und nicht auf die “Datenautobahn” der tagtäglichen Spazierroute der gesuchten Person überschwenkt.

Daher sollte ein Trailer regelmäßig in Gebieten trainieren, in denen der Spurenleger regelmäßig unterwegs war und wo somit Trails verschiedensten Alters liegen.

 

Scentdiscrimination am Trailende

Die Steigerung des Trailens in kontaminiertem Gelände mit Verleitpersonen ist die Situation, dass am Ende der Trail sich mehrere Personen befinden (statisch, gleiches Opferbild wie die gesuchte Person), aus denen der Hund die zu suchende Person klar und ohne Hilfen anzeigen muss.
Hierzu können am Anfang zwei Personen mit großem, später mit immer kleinerem Abstand stehen. Je dichter und länger die Personen zusammenstehen, desto mehr vermischen sich die Duftpools, desto schwieriger ist für den Hund die Differenzierung.

Am Anfang kommt die nicht zu suchende Person von einer anderen Richtung als der Spurenleger, als Steigerung gehen beide Personen gleichzeitig nebeneinander los. Die beiden Spurenleger sollten am Anfang nicht aus einem Haushalt sein.

Line-up

Beim Line-up identifiziert der Trailer eine gesuchte Person aus einer in Reihe stehenden Gruppe mehrerer Personen.

Ein Lineup ist im Prinzip eine forcierte Scentdiscrimination am Ende einer sehr kurzen Trail. Bei einem korrekten Line-up im Training sollten die Personen und auch der Hundeführer nicht wissen, wer die gesuchte Person ist, damit unbeabsichtigte Signale an den Hund vermieden werden (einfach von allen Personen Scentartikel geben lassen, nur eine ”Backup-Person” hinter dem Hundeführer weiß Bescheid und gibt das Signal, ob der Hund richtig identifiziert hat).

 

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