Negativ

Negativ

Ist keine Spur (mehr) vorhanden, so muss der Hund seine Suchtätigkeit einstellen und in der Lage sein, dieses anzuzeigen.

  • Eine zum Geruchsartikel passende Spur existiert nicht, d.h. die Person war nicht in der Gegend.
  •   Die Spur endet, weil z.B. die gesuchte Person in ein Auto (geschlossen) eingestiegen ist, sich ins Wasser gestürzt hat,...
     

Der Hund sollte zuerst versuchen, die Spur zu finden bzw. weiter zu verfolgen, sollte kreisen, aber irgendwann dem Hundeführer mitteilen, dass er hier die gesuchte Spur nicht (mehr) verfolgen kann.

Fast alle Hunde bieten hier ein Verhalten an, meist ist es ein kurzes Verharren und ein fragender Blick zum Hundeführer.

Durch Formen / Shapen dieses angebotenen Verhaltens kann man dem Hund ein Verhalten vermitteln, welches offensichtlicher und auch für Außenstehende eindeutiger ist (Bellen, Anspringen, Sitz,..).

Weiß der Hundeführer von dem Negativ, so besteht immer ein hohes Risiko, dass er dem Hund unbewußt Signale gibt, welche dann die Negativ-Anzeige auslösen.

Hilfreich ist wieder eine “Backup” - Person, welche im Gegensatz zum Hundeführer vom Negativ weiß.

Eine gute Übung ist: 3 kurze Trails in einer Trainingseinheit, eine davon ist eine ein Negativ. Oder man hat eine Trail und zwei (numerierte) Tüten und nur die Backup-Person weiß, welche zur Trail gehört.

hier mal ein paar gedanken zum negativ (insbes. das am spurende):

 

- spurverfolgen ist selbstbestätigend

- der geruch bricht nicht urplötzlich völliig ab

- auch auf der trail hat man abschnitte mit nur wenig geruch, hier fordert man intensives suchen und "sich bemühen" des hundes

- beim negativ am spurende kommt der hund in einen inneren konflikt (ua wegfall der selbstbestätigung, frust, druck des hf)

- bei der negativ-anzeige verlangt man vom hund

a) das sonst erwünschte suchen nach geruchspartikeln einzustellen (dh einen abbruch der sich positiv verstärkenden tätigkeit)

b) auf das fehlen/schwächer werden des reizes "spez. geruch" soll der hund ohne einen klaren anderen reiz eine für den hf eindeutige reaktion/handlungskette zeigen (auslöser für die handlungskette "negativanzeige" soll also der wegfall des eigentlichen reizes sein)

 

- das meist praktizierte "lesen" des hundes bei "spurabbruch" bezieht sich auf das veränderte suchverhalten, was der hund zeigt, wenn der geruch nicht mehr "einfach" zu verfolgen ist.

 

- im realfall neigen hf oft zum drücken des hundes / motivieren des hundes, weiterzusuchen

 

- bei konflikten und frustration kommt es i.d.r. zu übersprungshandlungen,

durch druck des hf wird dieses noch verstärkt:

- hier kann man glück oer pech haben.....:

 

- einige hunde springen in erlernte verhaltensweisen über (umgeschulte flächensucher neigen oft zB zu-->laufen, um witterung zu finden)

- einige hunde springen auf andere spuren über (ganz übel, weil dann eine verhaltensänderung nur schwer bemerkbar ist)

(in beiden fällen fällt für den hund der druck durch den hf weg, da der hund das gewünschte verhalten "suchen" wieder zeigt, dazu kommt die selbstbestätigung "suchen")

 

- einige hunde fangen an, auf akustische und visuelle reize anzuspringen

- bei manchen hunden ist eine rückorientierung zum hf zu beobachten

-->eine rückorientierung zum hf bedeutet immer eine einflußmöglichkleit auf den hund (diese will man gerade aber während der spur nicht haben, insbesondere nicht bei kniffligen stellen, um den hund möglichst wenig (unbewußte) beeinflussen zu können)

- einige hunde zeigen ein klar lesbares übersprungsverhalten: frustbellen, einstellen der suche, pinkeln, grasfressen

 

--->spurende: hier scheitern viele trailer :firedevil

 

wie liajosie schon erkannt hat: üben des negativs=fehlergefahr

 

und ein weiterer wesentlicher punkt: die meisten trailer werden über lange zeit so ausgebildet, dass vorwärtsstürmen zum erfolg führt. immer und immer wieder.

 

meine meinung: bevor man sich ans negativ (am spurende) wagt, sollte man dem hund vermitteln, dass es auch andere situationen als "vorwärtsstürmen zum erfolg" gibt:

-schwierige ansätze

-splittings jedweder art

-verleitpersonen

-ignorieren von visuellen und akustischen reizen

- nicht zur vorm hund liegenden spur passender ga

variationen en masse

 

ziel==>stressreduktion bei nicht vorfinden der vom hund erwarteten situation durch regelmäßigen einbau kleiner stress-situationen

(die aber allesamt in der vom hund gewünschten triebbefriedigung "spurverfolgen-->finden" enden)

 

 

die negativ-anzeigen, die ich in d gesehen habe, verliefen folgendermaßen: hund arbeitete "komisch", der hf blieb stehen, oft folgte noch vermehrtes einlabern auf den hund, der hund begann um den meist statischen hf zu kreisen und irgendwann ging er zum hf und zeigt das erlernte anzeigeverhalten

oder

hund arbeitet "komisch", hf denkt mit und setzt hund noch hier und da an und wenns dann nicht klar weitergeht, ist die spur halt zu ende

 

in wieweit man eine übersprungshandlung shapen kann und zu einer für den hundeführer klar lesbaren anzeige formen kann,weiß ich nicht.

 

hei,

bei einem negativ soll der hund anzeigen, dass keine spur da ist
- entweder, weil die person nicht mehr da ist (am ende in ein fahrzeug eingestiegen, ins wasser gefallen, oä)
- oder weil die person nie dort war

d.h. hund sucht nicht bzw. stellt suche ein, weil keine zu suchende spur vorhanden ist.

damit ein negativ eindeutig ist, möchten die meisten hf, dass der hund in o.g. fällen ein
eindeutiges verahlten zeigt (z.b. anspringen des hf oder vorsitzen vor dem hf).


ich persönlich halte nicht viel vom forcierten "üben" der negativ-anzeige--
wenn ein hund sauber ausgebildet wurde, zeigt er bei "nicht-vorhandensein" der spur
eh ein eindeutiges verhalten.
das einüben eines negativs birgt immer die möglichkeit, sich fehler einzubauen.
es ist äußert schwierig, den hund nicht zu beeinflussen,
wenn man als hf weiß, dass die spur nicht (mehr) vorhanden ist.

wir fangen bei uns schon mit negativs am spuranfang ganz früh in der ausbildung an-
noch vor trailen auf asphalt/in der stadt und vor länge/alter der spur.
sobald der hund das "spiel" verinnerlicht hat und den trailansatz aus jeder richtung im 15m-radius sicher auffindet.

ansatz auf weichem bodengrund (also ansatz auf fast nicht kontaminiertem gelände-gar keine frische spur vorhanden) und schalten dann zeitnah eine trail mit der gesuchten person
(ebenfalls auf weichem bodengrund) hinterher
(schwarz-weiß-kontrast: für den hf einfach zu erkennen, für den hund einfach zu verstehen).
(dabei weiß der hf nicht, ob ein negativ oder eine trail ihn am ansatz gerade erwartet....)

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