Umwelteinflüsse auf den Geruch/ die Spur

Umwelteinfüsse auf den Geruch

Der Mensch verliert also ständig Hautzellteile mit Bakterien (in Syrotuck als “rafts” bezeichnet).

Diese individuellen “rafts” mit ebenfalls individueller bakterieller Flora und individuellen Sekreten sondern einen individuellen “scent” ab.

Diese “rafts” werden je nach Umgebungstemperatur und der Körpertemperatur (Thermik!) in Form einer Duftwolke, die der Mensch hinter sich herzieht abgegeben. Je nach Größe und Gewicht der “rafts” (ca. 0,014mm und 0,07ug) und je nach Witterungseinflüssen (Wind) sinken die Teilchen weiter oder näher an der gegangenen Spur zu Boden bzw. schweben.

Eine frisch gelegt Spur schwebt / hängt weit verbreitet in der Luft, eine ältere Spur ist mehr am Boden.

Geruchsausbreitung entlang einer Bodenspur.

Durch den bakteriellen Stoffwechsel steigen von den “rafts” Duftmoleküle auf, welche wiederum den Einflüssen des Windes unterliegen.

Trotz allem kann man davon ausgehen, dass im Regelfall nahe des Weges, welchen die Person hergegangen ist, eine Spur zu finden ist.

Diese Spur ist (da wahrscheinlich aus den schwereren / größeren gasabgebenden Partikel bestehend) beständiger gegenüber Witterungseinflüssen und daher in Konzentration recht konstant. Sie kann -gerade bei frischen Spuren- schwächer sein als eine Spur von kleineren Partikeln (z.B. an einer Mauer gesammelten) , zeichnet sich aber dafür durch Durchgängigkeit des Verlaufes aus (hört die Mauer auf, werden die kleinen Partikel weit verweht, die Spur ändert sich, scheint ggf. aufzuhören.)

Hunde, welche in der Ausbildung nur dieser frischen Spur in der Luft nachhängen, kreisen viel, verlieren häufig die Spur, arbeiten mit teilweise erheblichem Seitversatz zur eigentlichen Spur.

Ein Ausbildungsansatz (praktiziert von K9-Extreme/Jack Shuler) sowie von den meisten Jägern bei der Schweißarbeit praktiziert:

man trainiert den Hund am Anfang darauf, eine durchgängige bodennahe wenigflüchtige Spur zu verfolgen (Spurtreue) und hindert ihn am weiten Arbeiten (z.B. durch Ausarbeiten einer recht frischen Spur, bei der noch viel Witterung in der Luft hängt und der Hund trotz allem über die Spur zur Person gehen soll.

Schweißhundeführer arbeiten genau aus diesem Grund nach Möglichkeit nur ältere Spuren.

 Hat der Hund erst einmal diese Arbeitsweise begriffen, so kann man dem Hund wieder ein freies Arbeiten zugestehen.

Die für den Hund wahrnehmbare Geruchswolke liegt nicht statisch auf oder neben der Fährte, sie mischt sich mit der Umgebungsluft (Gase haben das Bestreben sich zu vermischen), dem Hund liegt somit immer ein Gemisch an Gerüchen und Konzentrationsunterschieden / -gefällen vor.

Wie weit “abseits” der (vermeintlichen) Spur suchen lassen?
 

Das Geruchsgemisch löst im Hund Reize aus, auf die er reagiert (wie z.B. eine läufige Hündin). Der Hund kann Gerüche differenzieren, d.h. auch einen schwächeren Geruch aus einer Umgebung mit starken anderen Gerüchen diskriminieren.
Ein Wechsel der Umgebungsgerüche kann aber bei einem unerfahrenen Hund zu Irritationen und Schwierigkeiten führen (z.B. wenn der Bodengrund einen sehr starken Eigengeruch oder einen für den Hund unangenehmen Geruch aufweist).
Viele Fährtenhundler berichten von Schwierigkeiten ihres Hundes auf Senf- oder Rapsfeldern.

Der Hund ist -da er Gerüche differenzieren kann- in der Lage, der Individualwitterung eines Tieres / Menschen zu folgen. Der Individualgeruch ist wiederum ein Duftgemisch (Zusammensetzung siehe oben). Anhand der Zusammensetzung und der unterschiedlichen Konzentrationen der Ausscheidungsprodukte / organischen Säuren, der (genetisch bedingt) verschiedenen abgestoßenen Zellen und der bakteriellen Stoffwechselprodukte hinterläßt jeder Mensch / jedes Tier eine einmalige Individualspur.

Windeinflüsse/Wetter/Gelände:

Der mit Geruchspartikeln beladene Luftstrom wird den meterologischen und physiologischen Gesetzen folgen.
Um die Verteilung von Geruch in der Landschaft nachzuempfinden, kann man den Geruch am ehesten mit Dampf/Rauch/Nebel imitieren (s.o.).

Temperatureinflüsse auf die Spur

Einfüsse des Wetters auf die Spur

Einfüsse des Geländes auf die Spur

Die Verteilung der Spur kann man gut im Mai/Juni nachempfinden, wenn die Pappeln ihren Pappelflaum abwerfen. Diese leichten Flöckchen unterliegen den Einflüssen des Windes und sammeln sich an Rändern und Nieschen wie unten im Bild entlang des Bordsteines und in der Einfahrt.

Pappelflaum, welcher Ende Mai/Anfang Juni von den Bäumen fällt zeigt gut, wo sich vom Winde verwehte Teilchen sammeln.

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